In der Literatur
wimmelt es von verschiedenen Stammbäumen, die die Entwicklung des Menschen darlegen. Welcher ist nun der richtige? Ein Stammbaum wird aufgestellt, indem man die Vorfahren über verschiedenen Vorläuferarten
zurückverfolgt. Dies ist jedoch wesentlich schwieriger, als man auf den ersten Blick glaubt, denn: wie kann man echte Vorfahren eindeutig von ausgestorbenen entfernten Verwandten unterscheiden? Manche Wissenschaftler
bezweifeln, daß dies jemals eindeutig zu klären ist. Aus den wenigen fossilen Funden unserer Vorfahren und deren Verwandten, die einen Zeitraum von ca. 4 Millionen Jahren abdecken (was sind schon einige hundert Funde
für diese Zeitspanne?) ließen sich einige eindeutige Verwandschaftsverhältnisse ableiten, es bleiben jedoch noch viele Fragen ungeklärt. Und je weiter man den Stammbaum vom Jetztmenschen (Homo sapiens) in frühere Zeiten
zurückverfolgen möchte, desto schwieriger wird es, die verwandschaftlichen Abhängikeiten nachzuweisen.
Als gesichert kann heute gelten, daß der Homo sapiens wohl vom Homo Heidelbergensis abstammt. Dieser Homo
Heidelbergensis hatte wohl noch eine weitere Spezies als Nachkommen: den Homo Neandertalerensis, der jedoch ausstarb. Einige tausend Jahre lang haben wohl der Homo sapiens und der Homo Neandertalerensis gleichzeitig
gelebt, wobei der Homo Sapiens (wie lange noch?) überlebt hat.
Auch in weiter zurückliegenden Zeiten scheinen verschiedene Homo-Spezies parallel gelebt zu haben, was die Abstammungsfrage weiter erschwert. Somit ist
der hier abgebildete Stammbaum ein zwar nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen gezeichnetes Modell, das der Wahrheit nahekommen dürfte – mehr jedoch auch nicht.
Über alle Unschärfen, welche Spezies sich aus welcher (evolutiv) entwickelt hat, haben sich einige
Tendenzen jedoch klar abgezeichnet:
Die Hominiden (Gattung Homo) und deren Vorfahren (Gattung Australopithecus (= südlicher
Affenmensch), die alle aufrecht auf zwei Beinen gingen, zeigen in ihrer Entwicklung folgende Trends:
, Zunahme des Hirnvolumens, dadurch:
- Zunehmende Entwicklung und Gebrauch von Werkzeugen
- Die Fähigkeit, die Lebensverhältnisse nach den eigenen Bedürfnissen umzugestalten nahm zu (Gebrauch von Feuer, zunehmende Fertigkeit in der Entwicklung und dem Gebrauch von
Werkzeugen, Bauen von Behausungen, Verbesserung der Jagd)
- Zunehmende und komplexere soziale Strukturen mit zunehmender Verbesserung der Kommunikation (Sprache) und Arbeitsteilung
All diese Entwicklungen gingen über Hunderttausende, ja Millionen von Jahren offensichtlich nur äußerst langsam voran. In der letzten Evolutionsstufe, dem Homo sapiens, haben sich jedoch diese
Entwicklungen extrem beschleunigt und innerhalb des gesamtentwicklungsgeschichtlich verschwindend kleinen Zeitraumes von ca. 5000 Jahren zu einer atemberaubenden Veränderung der
Lebensverhältnisse geführt. Und eine Verlangsamung dieses Prozesses ist nicht in Sicht. Hätten sich noch unsere Großeltern in ihren Jugendjahren den heutigen “Homo computerensis” vorstellen
können? Mit Überschall-Jets, Weltraumfahrt, Internet, Handy, Computertomograph und und und...?